Das Recht zur Erhebung einer Hundesteuer haben die Gemeinden.
Die
Verwaltung der Steuer und der Ertrag steht den Städten
und Gemeinden
zu, die in
Satzungen
die Regelungen zu Befreiungsmöglichkeiten
und zur Höhe der Steuer
festlegen. Daher variiert der Steuersatz
von Gemeinde zu Gemeinde erheblich und oft wird die Steuerhöhe für den zweiten
und jeden
weiteren Hund (in der Regel pro Haushalt, nicht pro Halter!) vervielfacht.
Viele Kommunen setzen daneben für bestimmte Hunderassen (Kampfhunde)
einen stark erhöhten Steuersatz fest, was vom
Bundesverwaltungsgericht
im Jahr 2000 für grundsätzlich
zulässig erachtet wurde.
Neben
dem Einnahmezweck verfolgt die Hundesteuer
auch den
ordnungspolitischen Zweck,
die Zahl der Hunde im Gemeindegebiet zu
begrenzen.
Für
gewerbliche Zwecke gehaltene Hunde darf keine Hundesteuer
erhoben werden, da die Gesetzgebung der Länder aus Art.105Abs.2aGG
(örtliche
Verbrauch- und Aufwandsteuern) nur eine Steuer für das
Halten von
Hunden durch natürliche Personen zu privaten Zwecken abdeckt.
Daneben
sehen die Kommunalsatzungen oftmals Steuerbefreiungen
oder
-ermäßigungen für
Blindenhunde,
Hütehunde,
Gebrauchshunde
und Hunde in oder aus
Tierheimen vor.
Die Hundesteuer wird als Jahressteuer pro
gehaltenem Hund erhoben und ist eine
direkte Steuer,
da Steuerträger und Steuerpflichtiger der Hundehalter ist.
Die Hundesteuer wurde in Deutschland erstmals für
Preußen um
das Jahr 1810 als sogenannte
Luxussteuer eingeführt:
Der Staat war der Ansicht, dass jemand,
der Tiere besitzt, die keine
Nutztiere sind,
daneben auch noch genug Geld haben muss,
um dafür einen Sonderbeitrag zu zahlen.
Erhöhte Steuer für bestimmte Hunderassen
Die Obergrenze für die
Hundesteuer,
insbesondere für die von Kritikern als "Strafsteuer"
bezeichnete erhöhte Steuer auf einen
Listenhund, ist umstritten.
Das Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz entschied am
14. Juni 2005,
Aktenzeichen: 6 C 10308/05.OVG hierzu. Die Steuer darf
nicht so hoch sein,
dass sie auf ein Verbot der Kampfhundehaltung
hinauslaufe.
Für ein solches ordnungsrechtliches Verbot seien nicht
die Gemeinden,
sondern das Land zuständig. Das Land habe aber mit dem
Landesgesetz über gefährliche Hunde
das Halten und Führen gefährlicher
Hunde wenn auch mit Einschränkungen erlaubt.
Ein Steuersatz für
gefährliche Hunde in Höhe von 1.000,00 € komme im
Wohnort des
Antragstellers einem Verbot der Haltung von Kampfhunden gleich.
Dies
folge aus der absoluten Höhe der Steuer, die die bisher in der
verwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung gebilligten Steuersätze bei
weitem übertreffe.
Außerdem sei der Steuersatz für einen Kampfhund
um
das 33fache höher als die Steuer für einen „normalen“ Hund.
Dieser
Belastungsunterschied sei rechtlich nicht hinnehmbar,
so das
Oberverwaltungsgericht. Die Revision wurde nicht zugelassen.
siehe
Urteil als Text
Definition "gefährlicher Hunderassen"
Die Auflistung von Hunderassen für eine Veranlagung zu einer
erhöhten
Hundesteuer liegt weitgehend im Gestaltungsspielraum des
örtlichen Satzungsgebers.
Einzelne Klagen dagegen führten aber auch
schon zu Urteilen gegen die sachlich
nicht begründete Aufnahme in eine
Liste angeblich gefährlicher Hunderassen.
Das Verwaltungsgericht
Göttingen ist der Auffassung,
auch unter Berücksichtigung des dem
Satzungsgeber zustehenden
grundsätzlich weiten Gestaltungsspielraums
fehle es an hinreichend sachbezogenen Gründen dafür,
Gebrauchshunde der
Rasse
Dobermann
unter dem Aspekt der Schadensauffälligkeit
als Kampfhunde einzustufen,
aber Hunde anderer anerkannter
Gebrauchshunderassen - insbesondere den
Deutschen
Schäferhund
-, die nach Größe,
Beißkraft und Schadensauffälligkeit ein gleiches
Gefahrenpotential aufweisen,
demgegenüber von der erhöhten Hundesteuer
freizustellen.
Für das diesbezüglich vom Satzungsgeber verfolgte
Regelungskonzept seien hinreichend sachbezogene,
die ungleichen
Rechtsfolgen nach Art und Gewicht rechtfertigende
Gründe nicht zu
erkennen.
VG Göttingen 3 A 38/03 Urteil vom 12.07.2004
|
Mecklenburg-Vorpommern |
17166 |
Teterow |
30,00 |
60,00 |
|
|
|
Mecklenburg-Vorpommern |
18050 |
Rostock |
72,00 |
108,00 |
456,00 |
456,00 |
|
Mecklenburg-Vorpommern |
18069 |
Rostock |
1,00 |
|
|
|
|
Mecklenburg-Vorpommern |
19053 |
Schwerin |
76,50 |
153,50 |
613,50 |
920,50 |
|
Mecklenburg-Vorpommern |
19205 |
Amt Gadebusch u. |
31,00 |
60,00 |
614,00 |
614,00 |
|
Mecklenburg-Vorpommern |
19205 |
Roggendorf |
26,00 |
51,00 |
250,00 |
250,00 |
|
Mecklenburg-Vorpommern |
19258 |
Boizenburg Land |
10,00 |
|
|
|
|
Mecklenburg-Vorpommern |
23923 |
Lüdersdorf |
30,00 |
60,00 |
500,00 |
750,00 |
|
Mecklenburg-Vorpommern |
23923 |
Lüdersdorf |
50,00 |
70,00 |
500,00 |
750,00 |
|
Mecklenburg-Vorpommern |
23966 |
Wismar |
144,00 |
|
|
|
|
Schleswig-Holstein |
|
Stadt Flensburg |
144,00 |
300,00 |
|
|
|
Schleswig-Holstein |
22880 |
Wedel |
1,00 |
|
|
|
|
Schleswig-Holstein |
23730 |
Neustadt in Holstein |
72,00 |
102,00 |
762,00 |
|
|
Schleswig-Holstein |
23730 |
Neustadt/Holstein |
25,00 |
35,00 |
520,00 |
620,00 |
|
Schleswig-Holstein |
23758 |
Oldenburg |
80,00 |
|
600,00 |
|
|
Schleswig-Holstein |
23879 |
Mölln |
66,00 |
82,00 |
532,00 |
532,00 |
|
Schleswig-Holstein |
24103 |
Kiel |
108,00 |
147,00 |
612,00 |
612,00 |
|
Schleswig-Holstein |
24326 |
Kalübbe |
40,00 |
|
|
|
|
Schleswig-Holstein |
24534 |
Neumünster |
56,00 |
67,00 |
|
|
|
Schleswig-Holstein |
24582 |
Groß Buchwald |
15,84 |
|
|
|
|
Schleswig-Holstein |
24610 |
Trappenkamp |
66,00 |
|
330,00 |
|
|
Schleswig-Holstein |
24616 |
Bad Bramstedt-Land |
76,00 |
|
|
|
|
Schleswig-Holstein |
24626 |
Rickling(Gross Kummerfeld) |
20,00 |
28,00 |
|
|
|
Schleswig-Holstein |
24768 |
Rendsburg |
75,00 |
105,00 |
75,00 |
105,00 |
|
Schleswig-Holstein |
24887 |
Amt Silberstedt |
75,00 |
150,00 |
450,00 |
900,00 |
|
Schleswig-Holstein |
24939 |
Stadt Flensburg |
78,00 |
156,00 |
420,00 |
420,00 |
|
Schleswig-Holstein |
24960 |
Glücksburg |
90,00 |
|
90,00 |
|
|
Schleswig-Holstein |
24983 |
Amt Handewitt |
78,00 |
99,00 |
|
|
|
Schleswig-Holstein |
25840 |
Friedrichstadt |
75,00 |
85,00 |
|
|
|
Schleswig-Holstein |
25924 |
Klanxbüll |
75,00 |
|
|
|
|
Hamburg |
20355 |
Hamburg |
92,03 |
92,03 |
613,55 |
613,55 |
|
Hamburg |
20537 |
Hamburg |
90,00 |
|
|
|